#yourownskin

Vor einigen Monaten hatte ich das Glück auf einen ganz besonderen Film zu stossen. Er heisst Embrace und ist von Taryn Brumfitt. Eine echt bemerkenswerte Frau, kann ich da nur sagen. Denn der Film setzt sich mit dem Thema des verzerrten Körpergefühls auseinander. Was, wenn wir ehrlich sind, alle bestens kennen. Du stehst vor dem Spiegel und siehst nur die Stellen deines Körpers die nicht "schön" sind. Und ich spreche hier nicht nur vom schwabbligen Bauch und der Orangenhaut, sondern auch von Narben, Sommersprossen, Krampfadern, Dehnungsstreifen, Runzeln und so weiter. Dabei übersehen wir die wunderschönen Teile unseres Körpers.

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Your own skin?

Aber warum empfinden wir die „unschönen“ Körperpartien als so störend und sind sie das wirklich auch? Der Film zeigt es zu Beginn sehr schön auf. Wir werden Tagtäglich mit Bildern von vermeintlich perfekten Menschen überschüttet. Infolge dessen vergleichen wir uns mit ihnen und kommen zwangsläufig zum Schluss, dass wir nicht der Norm entsprechen. Demzufolge sind wir nicht schön?! Ich als Fotografin weiss haargenau, wie einfach es ist mittels Bildbearbeitung einen Körper „perfekter“ als in Wirklichkeit darzustellen. Ich bin mir bewusst, dass die publizierten Bilder in Magazinen nur selten der Wahrheit entsprechen. Und trotzdem falle ich immer wieder darauf rein und vergleiche mich mit Trugbildern!

 

Das bringt mich zu einer Erkenntnis: Als Fotografin habe ich Einfluss darauf, wie die Menschen vor der Kamera sich sehen. Im positiven aber natürlich auch im negativen Sinn. Fotografiere ich also ein Model unvorteilhaft, fühlt sie sich beim Betrachten des Bildes zu dick. Oder das Gegenteil, ich retuschiere das Bild so lange bis die Frau 10 Jahre jünger und 10 Kilo schlanker aussieht. Und in beiden Fällen entspricht das Bild nicht der Wahrheit. Genau solche Aktionen verzerren unsere Wahrnehmung und stören das eigene Körperbild. Meiner Meinung nach gibt es für die „Lösung“ des Problems zwei Möglichkeiten: 007jpg

Zum einen...

... muss jeder von uns lernen, den eignen Körper nicht als Feind zu betrachten und ihn ständig mit anderen zu vergleichen. Seine eigene Haut zu lieben ist wichtig, ansonsten verschwenden wir viel Zeit und Energie dafür zum vermeintlich perfekten Resultat zu gelangen. Natürlich muss ich auf meinen Körper achten und ihn fit halten, aber ich habe nicht vor im Fitness zu übernachten. ;-) Mit der Spiegeltechnik habe ich gelernt meinen Körper so zu akzeptieren wie er ist und das mit all seinen Kurven. Vereinfacht gesagt: Du schaust dich so lange im Spiegel an, bis du dich daran gewöhnst wie du aussiehst. Ja ich weiss, dass hört sich echt dämlich an, aber für mich hat es bestens funktioniert. Jeder muss hier aber seinen eigenen Weg finden.

 

Zum anderen...

... bezogen auf meine Arbeit als Fotografin. Natürlich ist es nicht meine Aufgabe den Menschen beizubringen sich schön zu fühlen. Ich kann es ihnen zwar zeigen, glauben müssen sie es allerdings selbst. Doch durch meine Bilder kann ich vielleicht einen anderen Blickwinkel auf den eigenen Körper zeigen. Und mit etwas Glück wird damit ein Umdenkprozess angestossen, der zu einem gesünderen Körpergefühl führt. Und genau das ist mein Ziel! Jedem vor meiner Kamera zu zeigen, dass er zwar nicht perfekt, aber wunderschön und einzigartig ist. Jeder Mensch hat das Recht sich in seiner Haut wohl zu fühlen und ganz ehrlich DAS ist ein tolles Gefühl!

 

PS: Da draussen gibt es soooo viele wunderschöne Runzeln, Sommersprossen, Narben und noch vieles mehr. Ich freue mich schon, viele davon vor meiner Kamera zu haben. Traut euch! #yourownskin